Hallo liebe Ausdauerfreunde,
hier ein kurzer Post zum Thema - Sitzpositionsanalyse /-optimierung - für und wider. Oder auch - brauch' ich das?!
Wie so viele Themen rund um's Training gilt hier (m)ein Grundsatz: Alles kann - nichts muss! Jeder Sportler ist frei in seiner Entscheidung Dinge auszuprobieren, zu optimieren oder eben auch nicht. Manchmal wundere ich mich aber, wieviel (Zeit)Aufwand (und letzlich auch Geld) für unsinnige Dinge investiert werden, weil es gerade mal wieder "trendy" ist, ein Profi irgendwas in die Kamera hält oder der neueste Carbon-Flaschenhalter für € 80,– mit 2gr Gewichtsersparnis auf 180km einen Zeitvorteil von 7 Sekunden bringen soll.
Wie häufig in meinen Statements lege ich jedem Sportler nahe, die Potentiale zunächst bei sich selber (!!!) zu suchen & zu nutzen, bevor man zu irgendwelchen teuren Gadgets greift, deren Effekt zunächst mal am stärksten im Geldbeutel der Hersteller zu messen ist. Kommen wir also zum eigentlichen Punkt dieses Posts: S I T Z P O S I T I O N S A N A L Y S E
Erkundigt euch wer das in eurem Umfeld macht. Wieviel Erfahrung derjenige hat, welches Verfahren er nutzt usw. Wenn alle Faktoren stimmen, dann ist DAS gut investiertes Geld!!!
Ich veranschauliche es an einem konkreten Beispiel von mir selber. Zum Vergleich ziehe ich die NP (Normalized Power [Wattleistung]) über eine Wettkampfstrecke von 180km auf dem Rad heran. Je länger die Strecke, desto stimmiger der Vergleich - sowas geht natürlich auch kürzer. :-)
NP deshalb, weil die zwei verglichenen Strecken in ihrer Topographie gewissen Unterschiede aufweisen. So "sammeln" diese Strecken z.B. ihre Höhenmeter auf unterschiedliche Weise. "Rolling Hills" vs. "echte Anstiege"...ist man aber immer im Bereich seiner berechneten FTP (Functional Threshold Power) unterwegs, dann macht das keinen signifikanten Unterschied.
Machen wir's konkret. Ich habe zwei Strecken über besagte Länge absolviert. Die durchschnittliche Geschwindigkeit lag jeweils bei 36 km/h. Einmal benötigte ich eine NP von 214 Watt und einmal eine NP von 236 Watt - also ein Unterschied von 22 Watt, was wiederum ca. einer Teststufe (!!!) einer Leistungsdiagnostik entspricht.
Mein Wettkampfgewicht war gleich, genauso wie das Systemgewicht (also Rad + Fahrer). Windbedingungen ähnlich etc. Ich habe diesen Verlust / "Nachteil" bewusst gewählt um einen höheren Fahrkomfort zu haben. D.h. ich habe die Position pro Komfort und contra "optimale" Aerodynamik eingestellt. Schließlich sind ein paar Jahre ins Land gegangen. :-) Ziel war es, den besten Kompromiss zwischen Komfort und Aerodynamik zu schließen.
Fazit: aus meiner Sicht gibt es nur ein "für" und kein "wider" bzgl. Sitzpositionsanalyse /-optimierung. Sitzposition vor Carbon. Trainingsfleiß vor Carbon. Kondition vor Carbon.
Mein persönliches Fazit in diesem Zusammenhang war allerdings, dass ich die höhere Arbeitsleistung generieren und den möglichen Zeitverlust ausgleichen konnte - was für meine gute Form sprach! :-)
Viel Spaß beim Geld sparen und...
nutzeDEINpotential / useYOURpotential
M.P.
Michael Port - Inhaber ONETOONE PersonalTraining - A-Lizenz Trainer Langdistanz Leistungssport (DOSB / DTU) - B-Lizenz Trainer Langdistanz Leistungssport (DOSB / DTU) - C-Lizenz Triathlon Trainer (HTV / DTU)
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Sonntag, 29. Mai 2016
Mittwoch, 3. Februar 2016
Mach' "Sitz!"
Hallo Freunde des gepflegten Ausdauer-Dreikampfs,
Nicht zu unterschätzen ist übrigens ebenfalls die Radhose bzw. Sitzpolster UND deren Zusammenspiel mit eben DIESEM Sattel! Eine kleine Wissenschaft für sich und sicher eine Möglichkeit einen eigenen Post darüber zu schreiben. Auf jeden Fall sei dazu hier soviel gesagt: "...welche Radhose fahrt ihr so...?" ist eine genauso naive Forums-Frage wie so viele andere. Die Antwort lautet: DAS IST INDIVIDUELL!!!
Aus gegebenem Anlass mal wieder ein längerer Post meinerseits. Mir fällt auf, dass in diversen Verkaufsforen für Radsportler und Triathleten 9/10 Rädern eine (abnormal) hohe Sattelneigung aufweisen... Erstmal habe ich natürlich gecheckt ob es an der Fotoperspektive lag?! Leider nein...
Nur weil die Sattelnase nach unten zeigt, heisst das noch lange nicht dass es bergab geht!!!
Standardeinstellung wäre zunächst mal 0-Grad - also waagerecht, damit der jeweilige Sattel seine volle Funktionsfähigkeit entfalten kann. Nämlich Druckverteilung, Dämpfung - und somit Komfort.
Meine Empfehlung wäre (maximal) 1-2 Grad, wenn überhaupt. Bei zu hoher Neigung schiebt es den/die Fahrer/Fahrerin permanent nach vorne Richtung Vorbau/Lenker und dementsprechend erhöht sich der Druck auf Schultern und Handgelenke. Oder in Tria-Position noch zusätzlich auf die Ellenbogen. Wenn noch dazu kommt, dass der Radler den Kopf überstreckt hält um 2km Vorausschauen zu können, haben wir den Salat. Daher rühren nämlich meist die entsprechenden Probleme im Nackenbereich. Die Leute sitzen auf dem Rad wie eine Katze wenn's donnert.
"Mir tut der Hintern bei jedem Sattel weh...". Oft gehörtes Statement. ...naja, dann hast du einfach noch nicht den richtigen Sattel gefunden. Ganz einfach. Leider wird hier von Herstellerseite seit geraumer Zeit gefühlt alle 3 Monate eine neue Sau durch's Dorf getrieben. Kurz, lang, dick, dünn, weich, hart, mit/ohne Gelpad, geteilt, geknubbelt, geklöppelt, bestickt, bedruckt, mit Drop, Anti-Schweiss, Anti-Rutsch, Anti-Hirn (?)... aber auf jeden Fall Anti-billig...
Nicht zu unterschätzen ist übrigens ebenfalls die Radhose bzw. Sitzpolster UND deren Zusammenspiel mit eben DIESEM Sattel! Eine kleine Wissenschaft für sich und sicher eine Möglichkeit einen eigenen Post darüber zu schreiben. Auf jeden Fall sei dazu hier soviel gesagt: "...welche Radhose fahrt ihr so...?" ist eine genauso naive Forums-Frage wie so viele andere. Die Antwort lautet: DAS IST INDIVIDUELL!!!
Bitte den
Sattel weder nach Optik, nach Hersteller nur weil das Rad vom gleichen
ist, nach Coolnessfaktor oder nach Pro-Athlete-Faktor auswählen ...nur weil z.B. Jan
Frodeno 180km in Aeroposition fahren kann... das hat durchaus andere Gründe...
Natürlich bedarf es mehrere Test bis man "seinen" Sattel gefunden hat. Diesem Sattel muss man aber auch Gewöhnungszeit einräumen, genauso wie dem eigenen Hintern. Passt 100% "out of the box" gibt es extreeeem selten. Eine oder zwei kurze Radeinheiten reichen da nicht aus. Einfacher Tipp: vor dem Sattelkauf auf ein dickeres Stück Pappe setzen (in Radhose) und schauen wo die Druckstellen / Dellen (Sitzbeinhöcker) auftreten. Dort "Mitte-Mitte" messen und mit dem Wert zum Sattelverkäufer eures Vertrauens gehen. Da schliessen sich ganz automatisch schon viele Modelle aus!
Gut Ding will Weile haben!
und
Wer gut sitzt, der gut fährt!
In diesem Sinne...
M.P.
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